Alles über Denker

 

Inhaltsverzeichnis dieser Seite (zum Anklicken)

Merkmale Denker
Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung für Denker
Denker-Wörter
Denker-Metaphertiere
Denker-Sprichwörter
Denker-Berufe
Tipps für den Umgang mit Denker-Kindern
Beispiel für ein Denker-Kind
Textbeispiele von Denkern

 

 

Merkmale Denker

Reize werden eindringlich verarbeitet (z.B. einen Film, ein Buch, ein Gespräch)

kann schwer in Worte fassen, was im Kopf klar ist ("wie soll ich das jetzt sagen ..."),

Suche nach passenden Worten oder Formulierungen; vor allem bei neuen oder wichtigen Themen

gerät leicht in Gedankenkreise, die kaum gestoppt werden können (der Kopf ist ständig damit beschäftigt); darüber reden bzw. aufschreiben hilft, ebenso normale körperliche Aktivität

beim Machen anfangs etwas unbeholfen, wird bei häufigem Wiederholen aber  zunehmend perfekter (z.B. Zusammenbau von Möbeln oder Kunsthandwerk)

benutzt häufig die Wörter "denken", "Gedanke", "im Kopf", "nachdenken" etc.

neigt dazu, gegenüber jemandem, der viel spricht längere Zeit still zu sein

hört manchmal nicht richtig zu, weil noch bei Gedanken, die aktuell stark beschäftigen

befürchtet öfters, falsch verstanden zu werden bzw. sich mit Worten nicht ausreichend verständlich machen zu können

 

Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung für Denker

nehmen Sie sich Zeit, Ihre Gedanken niederzuschreiben (z.B. in Form von Mails, Büchern, Briefen); bearbeiten Sie nicht alles unendlich lange im Kopf

seien Sie geduldig mit sich, wenn Sie sich in praktischen Dingen etwas umständlich anstellen oder etwas zweimal machen müssen

probieren Sie heikle Dinge vorher aus oder machen Sie es zur Probe

wenn Sie an Gedankenkreisen leiden und beim Denken so nicht weiterkommen, probieren Sie, etwas zu machen (z.B. gehen, in die Hände klatschen, singen, pfeifen oder Hausarbeiten machen)

wenn Sie ungewöhnliche Gefühle oder Wahrnehmungen haben, achten Sie darauf, was Sie gerade machen oder nicht machen ("Kontrolleur")

 

Denker-Wörter

denken, begreifen, erfassen, auffassen, verstehen, erkennen, sinnieren, sinnen, grübeln, brüten, tüfteln, sich fragen, verarbeiten, hineindenken, durchschauen, kapieren, einsehen, urteilen

 

Denker-Metaphertier

Eule, Fisch im Aquarium

 

Denker-Sprichwörter

Die Deutschen sind tatenarm und gedankenvoll. (Friedrich Hölderlin)

Das Glück des Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab. (Marc Aurel)

Bildung ist die Fähigkeit, die Gedanken anderer zu denken. (unbekannt)

Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie. (Wilhelm Busch)

Ein Schriftsteller ist ein Mann, dem das Schreiben schwerfällt. (Thomas Mann)

Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit. (Schiller, Wallensteins Tod)

Ich denke, also bin ich. (Descartes)

Ich denke, also bin ich nicht. (Lacant)

Mein unermesslich Reich ist der Gedanke, und mein geflügelt Werkzeug ist das Wort. (Schiller)

Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert. (Hermann Hesse)

Wenn unser Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, dann wären wir so dumm, dass wir es trotzdem nicht verstehen könnten. (Jostein Gaarder)

Wovon man nicht sprechen kann, davon muss man schweigen. (Wittgenstein)

 

Denker-Zeitschriften (aus dem www.psychographium.de/zeitschriften.htm)

Bild der Wissenschaft, Spektrum der Wissenschaft, CT (Computerzeitschrift), Computer Bild, Geo-Wissen

 

Denker-Berufe (aus dem www.psychographium.de/berufe.htm)

Astronom, Bauzeichnerin, Fischer, Gärtner, Heilpraktiker, Imker, Ingenieur, Kalkulator, Kraftfahrer, Lebensmitteltechniker, Philosoph, Produktentwickler, Sachbearbeiter, Werbefachmann, Wildhüter, Zahntechniker

   

Tipps für den Umgang mit Denker-Kindern

Ein Denker-Kind wird mehr von Träumen (ebenfalls eine Art des Denkens) begleitet werden als die anderen Typen, und es wird vieles eindringlicher verarbeiten oder länger brauchen, um es zu verdauen, als etwa ein Fühler-Kind. Lassen Sie Ihrem Kind also zunächst seine Zeit und fordern Sie nicht zu viel von ihm - aber Sie dürfen es dann und wann durchaus ermutigen, seine Gedanken auszusprechen, auch ohne dass sie gleich druckreif sein müssen. Auch wird es ihm gut tun, wenn es seine Gedanken aufschreiben und so seinen Denkapparat etwas entlasten kann; genauso hilfreich sind jede Art von handwerklicher Arbeit, Gelegenheiten, Musik zu machen oder sich körperlich zu betätigen. Es könnte Ihrem Kind durchaus Spaß machen, wenn es schon früh im Garten mithelfen oder Wäsche bügeln darf. Seien Sie dabei anfangs etwas nachsichtig - wenn Denker etwas zum ersten Mal machen, wirken Sie häufig eher unbeholfen. Um es mit einem Computer zu vergleichen: Es dauert in der Regel ein bisschen, bis ein Denker ein neues Programm geschrieben hat, das seinen Händen sagt, wie sie was zu tun haben. Im Laufe der Wiederholung wird der Denker dann unter Umständen sogar den Macher überholen und z.B. ein sehr guter Musiker, Handwerker oder Künstler werden. Möchten Sie Ihrem Kind also in dieser Hinsicht schon frühzeitig etwas Gutes tun, geben Sie ihm Gelegenheit, seine Macher-Seite auf spielerische Art zu trainieren bzw. seine Gedanken in Worte zu fassen.

(Text aus "Warum sind Kinder so verschieden", VAK-Verlag 2006)

 

Beispiel für ein Denker-Kind:

Darius ist ein etwas stilleres Kind, von dem man oft den ganzen Vormittag nichts hört. Am Anfang tat er sich mit Legosteinen oder Konstruktionsspielzeug etwas schwer, doch mit ein wenig Übung konnte er es immer besser - er baut Sachen entweder nach Plan oder er denkt sich selbst etwas aus. Neulich hat er z.B. ein Wasserwerk gebaut, das er abends im Fernsehen gesehen hatte. Selbstverständlich kann er den Erzieherinnen ganz genau erklären, wie es funktioniert. Für Dinosaurier interessiert er sich intensiv, offenbar sieht er sich Bücher und Filme an, die eher für Erwachsene sind; er fragt nämlich gezielt nach und denkt dann ausführlich über die Antworten nach. Nachrichten darf er mit seinen Eltern sehen und er weiß Sachen, mit denen andere Kinder nichts anfangen können.

Bilderbücher, die im Kindergarten angeschaut werden, findet er meistens langweilig; sein Kommentar: "Ich weiß das doch schon!" Er hat einen großen Bruder, der bereits in der Schule ist. Seiner Meinung nach sind die Dinge, die in der Schule gemacht werden, ja viel interessanter. Oft sitzt Darius zu Hause vor dem Computer; ihm gefallen Denkspiele - hier kann er es sogar schon mit seinem Vater aufnehmen. Wenn er etwas erzählen will, fällt es ihm sehr schwer, sich richtig auszudrücken, weshalb er oft zögert und stockt oder einen Satz in anderer Form wiederholt. Meist fallen ihm dann andere Kinder ins Wort, sagen seine Antwort schneller oder hören gar nicht mehr zu. Wenn er Glück hat, findet sich eine Erzieherin, die sich ihm nochmals konzentriert zuwendet und ihn ermutigt, ihr in Ruhe und der Reihe nach auseinander zu setzen, was er im Kopf hat.

(Text von Marion Thaiss aus "Warum sind Kinder so verschieden", VAK-Verlag 2006)

  

Textbeispiele von Denkern:

"Wenn ich des Abends im Bett liege und mein Gebet mit den Worten endige: 'Ich danke Dir für all das Gute und Liebe und Schöne', dann jubelt es in mir. Dann denke ich an das 'Gute': unser Verschwinden, meine Gesundheit, an das 'Liebe': Peter und das, was noch zart und empfindsam ist, so daß wir beide es noch nicht zu berühren wagen, an das, was einmal kommen soll: die Liebe, die Zukunft, das Glück. Das 'Schöne', das die Welt umfaßt: Natur, Kunst, Schönheit und alles Große, was damit verbunden ist. Dann denke ich nicht an all das Elend, sondern an das Herrliche, was übrigbleibt. Hier liegt auch größtenteils der Unterschied zwischen Mutter und mir. Wenn man schwermütig ist, gibt sie den Rat: 'Denke an alles Elend in der Welt und sei dankbar, daß Du es nicht erlebst.' Ich sage: 'Gehe hinaus in die Felder, die Natur und die Sonne, gehe hinaus, suche das Glück in Dir selbst und in Gott. Denke an das Schöne, das sich in Dir und um Dich immer wieder vollzieht, und sei glücklich!' (...) Und wer selbst glücklich ist, wird auch andere glücklich machen."
(Anne Frank: Tagebuch)

"Die Zeit verging und plötzlich war da in John eine Idee für ein Gedicht. Ein Gedicht an Martin und Leda, ein Gedicht, zum Teil Verteidiung, zum Teil Einführung in das, was sie seine Welt nannte. Er hatte keinen Braille-Notizblock dabei. Er dachte, daß er sich nach der Heimkehr daransetzen würde. Sie waren immer noch still, aber die Atmosphäre hatte sich gelocket. Leda sagte: "Bis du mde? Du kannst dieses Sitze etwa zurückstellen und ein bißchen schlummern." "Nein, ich denke über ein Gedicht nach."
(Hannah Green: Bevor du liebst)

 

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