Häufig gestellte Fragen
Modul 032 (Die Modul-Nummern dienen nur der einfacheren Kommunikation. Sie zeigen keine Empfehlung der Reihenfolge an.)


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Modul 032: Häufig gestellte Fragen zum Thema


Werden mit solchen vereinfachenden Modellen die Menschen nicht in Schubladen gesteckt?
Die Gefahr besteht tatsächlich, jedoch sammelt ein gutes Modell wie das hier vorgestellte vor allem Informationen und Er-fahrungen in Schubladen - z.B. typische Problemlösungen, Verhaltensweisen und Erkennungsmerkmale. Menschen selbst sind meist zu groß bzw. die Schubladen zu klein, um da hinein gesteckt zu werden.

Wie viel Prozent der ‘Eigenheit’ eines Menschen sind auf die hier beschriebenen Unterschiede zurück zu führen?
Wenn wir als fünf Einflussfaktoren auf die Individualität eines Menschen einmal folgende annehmen: genetisch vererbte Merkmale, geschlechtsspezifische Merkmale, Erziehung und Kultur, biografische Erfahrungen, sowie die hier vorgestellten Unterschiede - dann scheint es schlüssig und aus der bisherigen Beobachtung (z.B. von genetischen oder epigenetischen Zwillingen) ableitbar, dass die hier beschriebenen Unterschiede einen doppelt so starken Einfluss ausüben wie die anderen vier - also ungefähr 33%.

Ab welchem Alter kann die Bevorzugung eines Lebensbereichs bei einem Kind erkannt werden?
Mütter mit mehreren Kindern berichten, dass sich Kinder unterschiedlicher Bevorzugung bereits vor der Geburt ‘typisch’ verhalten. Mit etwas Übung kann man diese daher bereits bei Neugeborenen erkennen, wenn man mit ihnen länger im Kontakt ist, sicherer aber spätestens dann, wenn ein Kind oder Jugendlicher fähig ist, über sich selbst nachzudenken, sich differenziert zu beobachten und abstrakte Modelle auf die Wirklichkeit zu übertragen.

Welche Konsequenzen lassen sich aus diesen Unterschieden für die Partnerwahl ziehen?
Die Forschung bzw. Zählung in dieser Hinsicht lässt erkennen, dass Menschen aller Bevorzugungen miteinander Partnerschaften eingehen, etwas häufiger jedoch bevorzugen wir offenbar den Unterschied als die Ähnlichkeit (was die Bevorzugungen auf der Grundebene betrifft). Insofern sollte die Frage nach der Bevorzugung eines Menschen nie als einziges Kriterium ausschlaggebend sein; jedoch können beim Einzelnen durchaus Vorlieben oder Abneigungen auftauchen, die sehr stark damit zu tun haben, welches Bevorzugungsmuster ein Mensch zeigt. Da ist es dann durchaus nützlich, dies vorab zu wissen und sich nicht durch andere Reize oder kurzfristige Verliebtheiten verleiten zu lassen, diese Erfahrungswerte zu übergehen. So berichtet etwa eine junge Frau, sie habe ihre ersten drei Partner im Leben rückblickend alle aus der Gruppe der Aktioniker ausgewählt (zu der auch ihr Vater gehört) und mit allen dreien verblüffend ähnliche, eher negative Erfahrungen gemacht. Dies fiel ihr jedoch erst auf, als sie ihre wahre Vorliebe (für die Temporiker, zu denen sie sich selbst ebenfalls zählt) erkannte und verstand, woher die Ähnlichkeiten und Unterschiede herrühren.

Sucht man sich den Partner nach den Eltern aus?
Tatsächlich scheinen viele Menschen sich ihren Partner nach dem Muster auszusuchen, das sie von ihrem Vater bzw. ihrer Mutter als ‘gewohnt’ kennen. Jedoch kann auch eine frühe Liebe oder eine sehr positiv erlebte Freundschaft in der Kindheit zu einer Art ‘Prägung’ auf eine Art Menschen führen, der wir dann unbewusst nachgehen. Ebenfalls beobachtet wurde, dass jemand ohne sich dessen bewusst zu sein versucht, eine Lücke aus der Kindheit mit späteren Partnern aufzufüllen - etwa wenn er zu wenig Liebe, Aufmerksamkeit oder Sicherheitsgefühl von einem Elternteil bekam. Dann besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, von einem Menschen gleicher Art wie der ‘Defizitverursacher’ angezogen zu werden und das unvollendete ‘Spiel’ noch einmal aufzunehmen (meist ohne Erfolg, da zwischen Kindern und Eltern in der Regel andere Beziehungsvoraussetzungen herrschen wie zwischen erwachsenen Menschen). Diese Phänomene können sich durchaus bis in die Feinheiten der Bevorzugungen auf den Unterebenen erstrecken und etwa dazu führen, dass sich eine Frau von Männern magisch angezogen fühlt, die exakt dem 81er-Muster des eigenen Vaters entsprechen.

Wie ist die Verteilung der Gewichtungen?
Nach allen bisherigen Erfahrungen ziemlich gleichmäßig und zwar auf der Grundebene und auf den drei Unterebenen. Dies spricht für einen Zufallsfaktor während der frühen Embryonalentwicklung, wie beschrieben. Um hier sichere Zahlen zu bekommen müssten jedoch mindestens 1000 Neugeborene einer repräsentativen Gruppe in einer längere Studie eingebunden und beobachtet werden, was bisher nicht geschehen ist.

Kann man seine Bevorzugung im Laufe des Lebens ändern?
Hier sollte zwischen der angeborenen, sehr tief verankerten Bevorzugung, welche die beschriebenen massiven Verschie-denheiten hervorruft und den später antrainierten oder durch Nachahmung erworbenen Gewohnheiten unterschieden werden. Während es aus meiner Sicht für eine Änderung oder Löschung der Erstprägung bisher kein Argument oder Beispiel gibt, lassen sich zahlreiche Erfolge in Richtung eines Ausgleichs oder nachträglichen Trainings vernachlässigter Stärken feststellen - ob nun bewusst aus Kenntnis des eigenen Gewichtungsmusters herbeigeführt oder eher zufällig, z.B. durch Erziehung, Nachahmung von Vorbildern, außergewöhnliche Herausforderungen oder therapeutische Arbeit.

Haben diese Unterschiede Einfluss auf die Ernährung, auf Krankheiten oder auf das Lebensalter?
Offensichtlich ja. Jedoch sind hierzu noch zu wenige Beobachtungen vorhanden, um etwas Eindeutiges sagen zu können. Aber es scheint etwa eine Tendenz dahin gehend zu geben, dass Menschen mit Handlungstyp-Naturell eher blutdrucksenkende Lebensmittel (wie Kartoffeln) oder Fleischnahrung bevorzugen, Sachtyp-Naturelle die bequeme Kalorienzufuhr (Eis, Eier, Nudeln) schätzen und Beziehungstyp-Naturelle besonders auf süße Früchte stehen. Bei den Krankheiten fiel mir persönlich auf, dass Menschen mit Sachtyp-Naturell überdurchschnittlich oft Krebserkrankungen zu überleben scheinen und Handlungstypen öfters als andere mit Herzproblemen zu tun haben. Beziehungstyp-Menschen hingegen verfallen eventuell leichter als andere Süchten. Und von der Langlebigkeit stehen die "Blauen" eher gut und die "Roten" am Schlechtesten da - jedoch selbstverständlich nur im Durchschnitt (einer zudem recht kleinen Zahl von untersuchten), so dass es auch "Blaue" gibt, die schon mit 45 sterben und "Rote", die das einhundertste Lebensjahr erreichen. Hier gibt es noch viel Forschungsbedarf und sicher manche interessante Entdeckung zu machen.

Fragen, Angebote oder Beobachtungen?
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Autor:
Werner Winkler



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