Unter-Unterbereiche der Landkarte
Modul 041 (Die Modul-Nummern dienen nur der einfacheren Kommunikation. Sie zeigen keine Empfehlung der Reihenfolge an.)


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Modul 041: Unter-Unterbereiche der Landkarte
Die Stärken-Profil-Analyse noch weiter verfeinern
Mit entsprechender Detailgenauigkeit oder der Fähigkeit zur differenzierten Eigenbeobachtung kann man durchaus noch einmal eine Stufe feiner auf Verschiedenheiten achten und die neun Unterbereiche noch einmal in je drei Teile gliedern, bildlich gesprochen (im Haus-Modell) also die neun Innenräume ‘nach hinten’ in drei Bereiche unterscheiden. Auch hier lassen sich bevorzugte und vernachlässigte Stärken finden, auch wenn dies nicht immer so einfach zu erkennen oder analysieren ist wie bei den Grund- und Unterbereichen der Landkarte.

Durch diese Feinanalyse kann jedoch das eigene Bewusstseins- und Verhaltensmuster noch genauer verstanden werden - und in eine Hausform umgesetzt entsteht ein"allerkleinster" und ein "allergrößter" Raum.



Falls also für jemand die drei Grundmuster oder die 81 Stärken-Profile zu wenig differenziert waren - mit Hilfe der Beachtung der Unter-Unterbereiche ergeben sich 3hoch13 oder 1.594.323 extrem differenziere Stärken-Profile.

Die Reihenfolge der Tabelle ist übrigens jeweils von Gelb über Blau nach Rot, wie am Beispiel dieser Triade veranschaulicht:




Erläuterungen den zu Unter-Unterbereichen:


1. Drei Du-Verbundenheiten

Einseitig auf ein Du hin verbunden - dies kann etwa dann der Fall sein, wenn ein Teenager sein Idol mittels Postern oder Videos verehrt. So etwas wird durchaus als Beziehung erlebt, auch wenn das Beziehungsobjekt nichts davon erfährt. Menschen verbinden sich häufig mit abwesenden oder sogar verstorbenen Personen, z.B. mit Verwandten oder Freunden.

Einseitig von einem Du her verbunden bedeutet z.B., wenn ein Redner von seinen Zuhörern (durch Applaus oder Pfiffe) signalisiert bekommt, dass sie zu ihm ein besonderes Verhältnis empfinden. Oder wenn ein Leser einem Autor schreibt und sich auf ihn bezieht, ist es aus Sicht des Autors eine einseitige Verbindung.

Dies ändert sich dann, wenn er antwortet und der Kontakt in ein gegenseitiges Gespräch und ein Sich-aufeinander-Beziehen mündet. Auch im partnerschaftlichen Verhältnis zweier Geschäftleute kommt es häufig zu solchen gegenseitigen Verbindungen. Diese können jeweils unterschiedlich stark erlebt werden. Im Unterschied zur Wir-Verbundenheit bleiben aber die Beteiligten für sich und sind nur durch die Interaktion für eine gewisse Zeit in Beziehung.

2. Drei Ich-Verbundenheiten

Auf ein objektives Ich beziehend - dies meint Ich-Konstrukte, die auf objektiv feststellbaren Fakten gründen. Beispielsweise den Geburtsjahrgang (“ich als ‘68-er’”), die geographische Herkunft (“ich bin Berlinerin”), die Körpergröße oder das Alter (“ich gehöre zu den ‘Großen’ im Kindergarten”), die Familien- oder Nationalzugehörigkeit (“ich bin ein typischer Vertreter des schottischen McDonalds-Clans”) etc.

Subjektive Ich-Konstrukte dagegen entspringen dem persönlichen Erleben der eigenen Person. Vermutlich werden die meisten Menschen mehr als ein Selbstbild kennen, auf das sie sich zeitweise beziehen. Oft hängt dies mit dem Umfeld zusammen, in dem sich der Einzelne gerade bewegt oder mit den Weltbildern (Themen, Zielen), mit denen er sich identifiziert.

Konsensuelle Ich-Konstrukte zeigen sich dann, wenn objektive und subjektive Selbstwahrnehmung eine Schnittmenge bilden. Wenn ich mich etwa für einen guten Tennisspieler halte und dann meinen Namen auf der Weltrangliste sehe, erweitert das mein Selbstbild; so kann ein anderes Selbstbild entstehen als durch die objektive und subjektive Ich-Verbindung allein.

3. Drei Wir-Verbundenheiten

Das Wort ‘fremdbestimmt’ mag zunächst negativ klingen, jedoch sind viele angenehme Wir-Verbindungen, in denen wir leben, in diese Kategorie einzuordnen. Kennzeichnend ist, dass uns ein einzelner Mensch mit anderen verbindet. Das muss nicht negativ sein; wenn uns z.B. Mitschüler durch einen Rektor oder ein gemeinsam gewähltes Fach ‘aufgezwungen’ wurden, hatte dies manchmal seinen Reiz.

Eine selbst gewählte Wir-Verbundenheit kann sowohl in kleinen Einheiten (“wir als Paar...”) als auch in großen (“wir Wähler der Partei X...”) seinen Ausdruck finden. Kennzeichnend ist, dass man diesen Bezugsrahmen auch wieder verlassen und sich anderen zuwenden kann. Eine zuerst fremdbestimmte Wir-Verbindung lässt sich von einzelnen Beteiligten auch nachträglich in einen selbst gewählten umbenennen (“wir als Klasse 1a”).

In Wir-Verbindungen zeigt sich manchmal noch eine neue Qualität, die man ‘vorgegeben’ nennen kann; etwa, wenn sich zeigt, dass man ‘wie vorbestimmt’ oder ‘natürlicherweise’ zueinander gehört (z.B. wenn sich innerhalb einer Klasse Cliquen finden, die sich ein Leben lang freundschaftlich verbunden bleiben). Auch die eigene Herkunftsfamilie kann so erlebt werden.


4. Drei Vergangenheitsaspekte

Die Hintergründe der Vergangenheit sind sozusagen ‘Vergangenheit plus Vergangenheit’. In ihnen können differenziertere Aspekte zu Tage kommen, als wenn man die Vergangenheit nur pauschal betrachtet. Wenn sich jemand jedoch ausschließlich auf diesen Teil der Vergangenheit beschränkt, kann er sich fast ohne Ende damit beschäftigen.

Indem man nach Aspekten der Vergangenheit sucht, die für die Zukunft wichtig oder relevant sind, öffnet man die Vergangenheit nach vorne. Etwa, wenn bei Beschwerden Ausnahmezeiten gefunden werden, in denen diese nicht auftraten. Dann lassen sich vielleicht ‘Erfolgsrezepte’ aufspüren, die man künftig wiederholen kann.

Welche Teile der Vergangenheit bis in die Gegenwart wirken sollen, entscheidet man in der Regel selbst; auch die Wahl, welche  Kindheitserinnerungen uns wichtig sind, liegt in unserer Hand. Deren Bedeutung ist, wie vieles andere Vergangene, nicht zwangsläufig, sondern Glaubenssache. Sollte jemand das Gegenteil behaupten (z.B. in einer Psychotherapie), sind Zweifel angebracht, denn Erinnerungen sind formbar.


5. Drei Zukunftsaspekte

Auch für die Zukunftswahrnehmung ergeben sich neue Aspekte durch deren Differenzierung. Die mögliche Zukunft ist das Feld der Science-Fiction-Autoren und der Visionäre. Da in der Zukunft vieles denkbar ist, kann dabei leicht die Grenze des Unmöglichen überschritten werden. Hermann Hesse dichtete: “Damit das Mögliche geschieht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.”

Die unmögliche Zukunft ist oft besetzt mit unerfüllbaren Wunschträumen: “Es könnte doch so schön sein, wenn ...”. Dabei achtet man sehr genau darauf, nicht das zu würdigen, was gut ist und auch in der Zukunft sicher scheint. Nützlich ist die Wahrnehmung der unmöglichen Zukunft vielleicht, wenn man von Zukunftsängsten geplagt wird; hier kann sie die Angst begrenzen helfen (durch den unmöglichen Extremfall).

Die sicher scheinende Zukunft dient manchmal als Sicherheitspolster oder als (trägheitsverstärkendes) Ruhekissen. Was für den einen ein Fortschritt und eine Ressource ist, lähmt den anderen (z.B. in Bezug auf Geld oder Besitz). Wie so oft ist auch in diesem Fall das ‘richtige Maß’ entscheidend.


6. Drei Gegenwartsaspekte

Das Vergehen der Zeit und der vergehende Moment sind ebenfalls Teil unserer Wahrnehmung. Vergehendes schafft Raum für Kommendes - Geburt und Tod sind oft dicht beieinander; manchmal erschreckt uns dies, aber wir erkennen darin unsere unabänderliche Bindung an den Faktor ‘Zeit’, von dem wir uns Zeit unseres Lebens nicht mehr lösen können.

Der Bereich des bleibenden Moments ist derjenige, dessen Ausdehnung wir uns in den Sternstunden unseres Lebens herbeisehnen und den wir verkürzen möchten, wenn uns etwas quält. Friedrich Nietzsche sagte über diese (die angenehmen) Augenblicke: “... jede Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit”. Welche der vielen Momente zu bleibenden werden, zeigt sich erst mit der Zeit.

Angenehme und unangenehme Zeiten enthalten den Aspekt des vorläufig bleibenden Moments. Die Dauer dieses ‘vorläufig’ können wir bewusst beeinflussen, z.B. über die Bedeutung, die wir einem Erlebnis geben. Sowohl das Festhalten als auch das Loslassen von Augenblicken kann man trainieren; ohne Steuerung überlassen wir dem Unbewussten die Wahl.


7. Drei unterschiedliche Aspekte des Machens

Wenn von ‘Machen’ gesprochen wird, ist meist das aktive Machen gemeint, das Aussenden von Reizen durch körperliche Aktivität (dazu gehört auch reden, schreiben oder singen). Sogar Selbstgespräche zählen dazu und unterscheiden sich vom Nachdenken oder ‘Hirnen’. Eine geeignete Metapher ist ein aktiver Vulkan, der allein aus sich heraus tätig ist.

Reaktives Machen meint im Gegensatz dazu diejenigen Aktivitäten, die als Antwort auf einen Reiz von außen zustande kommen. Deutlich wird dieser Unterschied in der künstlerischen Arbeit: Während der Künstler zuerst aus innerem Antrieb arbeitet, bedient der Kunsthandwerker Kundenbestellungen oder reagiert auf Marktwünsche.

Um ein ausgewogenes Verhältnis zum Machen aufzubauen, gehört auch das Erlernen des inaktiven Machens dazu. Lao-Tse drückte es so aus: “Lehren ohne Worte, beim Tun im Nicht-Tun verweilen: das verstehen nur wenige.” (Tao-te-king, 43. Spruch). Wer dies zu gut kann und an seiner Passivität leidet, sollte nicht mit großen Aktivitäten beginnen, sondern mit kleinen oder kleinsten. Schon das absichtliche Aufstehen aus dem Sessel kann der Beginn einer Kette von Aktivitäten sein.


8. Drei unterschiedliche Aspekte des Fühlens

Das ‘Fühlen’ im hier verwendeten Sinn umfasst alle Reize, die vom Organismus registriert werden. Dazu gehört nicht nur das Gefühl zum Körper (nicht zu verwechseln mit der Beziehung zu sich selbst), sondern auch hören, schmecken, sehen und lesen (als aktive Varianten der Reizaufnahme).    

Zur gesteuerten Aufnahme von Reizen gehört die Auswahl des Angebotenen. Zu viel Steuerung beim Fühlen schadet auf Dauer; wer seine Reizaufnahme ständig einengt (z.B. nur in einem Buch liest), verarmt und verschließt sich für Neues.

Unausweichliches Fühlen meint Reize, gegen die wir uns nicht abschotten können, etwa einzelne Wörter, die wir in Gesprächen hören. Wer von dieser Art des Fühlens zu viel hat, dem hilft u. U. eine ‘Reiz-Reduktions-Diät’ (z.B. maximal eine Stunde lesen, Musik hören oder Fernsehen pro Tag).

Das Üben einer reduzierten Reizwahrnehmung sollte aber nicht bedeuten, statt der äußeren nun die inneren Reize zum Ziel der Wahrnehmung werden zu lassen. Gemeint ist vielmehr Ruhe für die Gedanken, also für die Reizverarbeitung.


9. Drei unterschiedliche Aspekte des Denkens

Denken meint hier das Verarbeiten (Einordnen, Vergleichen) der eingehenden Reize.

Bewusstes Denken ist Denken als Arbeit, also Rechnen, gezieltes Erinnern (etwa von Namen oder Vokabeln), Sortieren oder Abwägen von Argumenten. Auch zu viel bewusstes Denken kann Schaden anrichten, denn “alle Dinge sind Gift, nur die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.” (Paracelsus). 

Teilbewusstes Denken begegnet uns im “dritten Zustand” (Amos Oz) zwischen Schlafen und Wachen, beim Eintauchen in einen fesselnden Film oder beim Autofahren. Hier nimmt unser bewusstes Denken das unbewusste (noch) wahr.

Spätestens seit Freud ist der unbewusste Teil unseres Denkens ins öffentliche Interesse getreten. Dazu gehören auch die Steuerung der autonomen Körperfunktionen wie Atmung oder Herzschlag. Wären uns sämtliche Vorgänge und Inhalte unseres Denkens bewusst, könnten wir vermutlich überhaupt nichts mehr von außen wahrnehmen; unsere Aufmerksamkeit wäre zu sehr von inneren Vorgängen beansprucht.


Eine andere, alternative Darstellung der Aufteilungen sieht so aus:


 




Autor:
Werner Winkler


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