Einordnung der Entdeckungen im Laufe der Zeit
Modul 057 (Die Modul-Nummern dienen nur der einfacheren Kommunikation. Sie zeigen keine Empfehlung der Reihenfolge an.)


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Einordnung der Entdeckungen im Laufe der Zeit


„Hinterher ist man immer schlauer“, sagt das Sprichwort. Was nicht bedeutet, dass man am Anfang dumm war - nur eben „weniger schlau“. In unserem Fall bedeutet das wohl, dass Friedmann und lange  Zeit auch der Autor dieser Zeilen (WW) nicht erkannten, was genau die Entdeckungen im Gesamtkontext des menschlichen Strebens nach Erkenntnis bedeuten; möglicherweise sind wir auch heute noch nicht am Ende. Wir können uns irren. Wir können zu viel oder zu wenig Zusammenhänge sehen. Das ist das Wesen der Wissenschaften, zumal derjenigen, die sich mit uns selbst, den Menschen, beschäftigen.

Um eine Metapher zu gebrauchen: Ich denke nicht, dass es den Mut und den Erfolg des Seefahrers Kolumbus schmälert, dass er sein eigentliches Ziel - einen kürzeren Seeweg nach Indien zu finden - nicht erreicht hat. Oder dass er so lange benötigte, sich das einzugestehen. Und Friedmanns Genius wird es ertragen, dass seine Entdeckungen keine „Entdeckung der Persönlichkeit“ waren, wie er erhofft hatte, sondern „nur“ die Entdeckung eines Persönlichkeitsanteils - und ebenso, dass andere andere vor ihm ähnliche Entdeckungen gemacht, sie nur anders beschrieben hatten (etwa die altindischen Ayurveda-Ärzte). Aber so wie Kolumbus im Ergebnis seiner Reise die Tür zu zwei Kontinenten auftat und viele andere Seefahrer zu eigenen Entdeckungsreisen inspirierte - so hat Friedmann mit der Veröffentlichung und Weitergabe seiner Erkenntnisse schon heute sehr viele Menschen damit beschenkt, sich selbst und andere aus einem ihnen bisher unbekannten Blickwinkel zu betrachten und damit besser zu verstehen.

Dass dabei auch die Idee, es handele sich um „Persönlichkeitstypen“, im Laufe der Jahre ad acta gelegt werden musste, tut dem keinen Abbruch. Im Gegenteil: Dadurch, dass wir die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Gesamtpersönlichkeit (siehe die zuvor schon gezeigte und hier wiederholte Skizze) respektieren und das Neue darin einzuordnen versuchen, zeigen wir gleichzeitig Demut als auch Selbstbewusstsein. Ja, es ist etwas Neues, das wir entdeckt haben - auch wenn es die Entdeckungen und Erkenntnisse anderer, die sich ebenfalls dem Phänomen „Persönlichkeit“ widmen, nicht obsolet macht.

Anhand der im Folgenden aufgelisteten acht starken Faktoren lässt sich die Entdeckung des Faktors „Naturell“ gut einordnen. Es scheint sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen derjenigen Faktoren zu handeln, der uns bereits sehr früh in unserer Entwicklung beeinflusst - und damit auch die weiteren Prägungen „einfärbt“, etwa, wie wir unsere Familie, unsere Kultur oder unsere Biografie erleben und deuten. Nicht zu vergessen, wie wir uns verhalten, welche Beziehungen wir eingehen oder welche Werte für uns besonders wichtig sind.




Denn hierin liegt für die meisten, die sich mit dem Thema „Naturell“ befassen, eines der ersten Aha-Erlebnisse: Ich bin nicht alleine mit meinem scheinbar individuellen Blick auf die Welt, mit meinen Fragen, meinen Schwächen und meinen Stärken. Es gibt Gruppen, in die ich mich einsortieren kann. Es gibt Gruppen, deren Wissen und deren Erfahrungen ich mir zu eigen machen kann, weil ich etwas mit ihnen teile, von dem ich bislang nichts wusste. Ich kann meine Eltern besser verstehen. Ich kann besser verstehen, warum ich auf völlig verschiedene Menschen so ähnlich reagiere. Die „Wellenlängen“ werden sichtbar, das „blinde Verstehen“ ebenso verständlich wie das permanente Missverstehen.

Nicht zu vergessen der Nutzen der „Landkarten“ und der „Triaden“ im Alltag und im Beruf. Wohl niemand, der sich mit ihnen angefreundet und sie verinnerlicht hat, möchte sie missen - so wie kaum jemand eine App missen möchte, die er täglich nutzt. Oder wie kein Arzt mehr auf das Wissen um die Blutgruppen verzichten möchte, wenn eine Bluttransfusion nötig wird.
Autor:
Werner Winkler


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