November 2003, Autor: Werner Winkler

  

Die Lüge über eine "Jod-Lüge" und Ähnliches

Eine Leserin wies mich auf die Seite www.jod-kritik.de hin - offenbar eine Werbeseite für das fleißig beworbene Buch "Die Jod-Lüge" aus dem sonst so ehrenwerten Herbig Verlag in München.

Ich habe mir die Seite daraufhin genau angesehen und muss sagen: Sorry, das ist totaler Quatsch und Panikmache.

Deutschland ist nach allen wissenenschaftlich seriösen Quellen Jodmangelgebiet, viele Schilddrüsenerkrankungen werden durch Jodmangel ausgelöst, auch viele Behinderungen bei Neugeborenen übrigens. In Japan nehmen die Leute 5-10 mal so viel Jod zu sich wie hierzulande und es gibt keinerlei bekannte Jodkrankheiten dort.

Ich glaube, dass es sich bei den Beobachtungen entweder um Scheinbeobachtungen oder um Fehlzuschreibungen handelt. Z.T. ist es pure unseriöse Angstmache - Jod ist ein Mineral und es ist letztlich egal, aus was es "recycelt" wird; denn am Ende bleibt der reine Stoff übrig. Man könnte genauso argumentieren, alles Wasser auf der Erde käme aus Leichen (weil es ja aus den Friedhöfen verdunstet und über die Wolken und Flüsse ins Trinkwasser gelangt).

Jod in Mengen, wie sie die DGE empfiehlt (100-200 Mikrogramm pro Tag) machen nachweislich niemand krank und es besteht auch kein Risiko, an zusätzlichen Krankheiten zu erkranken (außer man glaubt daran, dass ist dann aber eine Art Anti-Placebo- oder Nocebo-Effekt).

 

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